Studium an einer Fachhochschule

 

Fachhochschulen vermitteln eine akademische Ausbildung auf wissenschaftlicher Basis. Im Gegensatz zum klassischen Universitätsstudium hat das Studium an der FH einen ausgeprägten Bezug zur beruflichen Praxis.

Zunehmend führen Fachhochschulen die Bezeichnungen Hochschule oder Hochschule für Angewandte Wissenschaften, kurz HS oder HAW, sowie die entsprechenden englischsprachigen Bezeichnungen University oder University of Applied Sciences.

Das Studienangebot von Fachhochschulen erstreckt sich über natur-, sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche, sowie technische und gestalterische Studiengänge.
Seit dem Bologna-Prozess bieten Fachhochschulen gestufte Bachelor- und Master-Abschlüsse an.

Die Annäherung der beiden Hochschulformen Universität und Fachhochschule verläuft jedoch nicht nur hinsichtlich der Namensgebung. Die Unterscheidung zwischen wissenschaftlichen Ausbildungszielen an Universitäten und der Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit durch anwendungsbezogene Lehre an den Fachhochschulen soll auch vor dem Gesetz nicht mehr aufrechterhalten werden.

Voraussetzungen

Das Studium an einer Fachhochschule setzt in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife voraus.

Seit 2009 gilt auch ein Meistertitel (mit guten bis sehr guten Noten) als Fachhochschulzugangsberechtigung. In Rheinland-Pfalz ist es seit kurzem sogar möglich, den Fachhochschulzugang durch eine abgeschlossene Berufsausbildung zu erlangen.

Je nach Studiengang ist oft noch der Nachweis eines fachbezogenen Vorpraktikums, einer fachspezifischen Berufsausbildung oder eines einjähriges Fachpraktikums, z. B. im Rahmen der 11. Klasse einer Fachoberschule nötig.

Die Regelstudienzeit beträgt für alle Hochschularten in einem Bachelor-Studiengang 6 bis 8 Semester, für einen Master-Studiengang 2 bis 4 Semester. Masterstudiengänge sind überwiegend als konsekutiver Studiengang auf einen passenden Bachelorstudiengang abgestimmt, die Regelstudienzeit beträgt dann insgesamt 10 Semester.

Masterabsolventen einer Fachhochschule können grundsätzlich an einer Universität oder anderen Hochschule mit Promotionsrecht promovieren und habilitieren. Der Masterabschluss einer Fachhochschule unterscheidet sich formal nicht von dem einer Universität und ermöglicht als Regelvoraussetzung grundsätzlich die Promotionszulassung an einer Universität ohne zusätzliche Voraussetzungen. Im Einzelfall ist zu überprüfen, ob die entsprechende Promotionsordnung der Universität nicht einen Master of Science (M. Sc.) voraussetzt, der nur von wenigen Fachhochschulen verliehen wird.